Projekte

Voigt Weine – Tradition mit Zukunft

Ein Forumtheaterstück

Udo Voigt hat nach der Wende einen familiengeführten Weinbetrieb auf dem sächsischen Land aufgebaut. Als Udos Tochter den Betrieb nicht übernehmen und Sachsen lieber verlassen möchte, gerät Udos Leben kurz vor dem jährlichen Weinfest in die Krise. Das Kaufangebot eines ausländischen Investors, sein heimattreuer Freund Rudi und das Kinderfahrrad seiner geliebten Tochter Katharina, das an eine geflüchtete Familie verschenkt werden soll, zwingen ihn zu einer Reihe schwieriger Entscheidungen…
In diesem Stück finden sich im engen Familienkreis aktuelle Tendenzen gesellschaftlicher Spaltung wieder. Verschiedene Weltsichten, Wünsche und Ängste prallen aufeinander. Gemeinsam mit dem Publikum wollen wir herausfinden, ob sich diese unterschiedlichen Menschen mit ihren Prägungen und Überzeugungen im Gespräch halten lassen und inwiefern es es noch gemeinsame Grundlagen und Verbindungspunkte zwischen ihnen gibt.

Hierzu bekommt das Publikum im Anschluss an das ca. 30 minütige Theaterstück die Gelegenheit: Ausgewählte Szenen werden ein zweites Mal gespielt; diesmal hat das Publikum jedoch die Möglichkeit, in das Geschehen einzugreifen und damit den Verlauf und Ausgang des Konflikts zu beeinflussen.
In einer Gesellschaft, in der der Austausch zumeist nur unter ähnlich denkenden Menschen stattfindet, soll dieses Stück eine Anregung dazu bieten, demokratische Teilhabe aktiv zu praktizieren und unterschiedlichen Menschen und ihren Geschichten zu begegnen.

Dauer: 90 – 120 Minuten.

Wach endlich auf! – Das (unsichtbare) Onlinetheater

Mit der Zunahme gesellschaftlicher und politischer Spannungen sowie dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat sich die Lebenswirklichkeit vieler Menschen in den letzten Monaten verändert – gewohnte Sicherheiten und Alltagsmechanismen scheinen plötzlich verloren und haben Leerstellen hinterlassen, die von einigen Menschen nun mit kritischen Fragen und vermeintlichen Antworten gefüllt werden. Fließend sind dabei die Grenzen zwischen differenzierter Kritik, polemischer Meinungsäußerung und den großen Welterklärungsversuchen, die sich schnell in Verschwörungserzählungen verwandeln.

Mit unserem Projekt „Wach endlich auf!“ und der Methode des Unsichtbaren Theaters haben wir bei Facebook den Versuch gewagt, diese Grenzen zu erforschen und zu befragen: Welchen Stellenwert haben Meinungen und Fakten, wenn es um Kritik an Wissenschaft und Politik geht? Inwiefern lassen einschlägige Diskussionen fehlendes Vertrauen der Beteiligten in gesellschaftliche Strukturen erkennen? Und gibt es überhaupt noch die Möglichkeit der Begegnung zwischen Menschen mit sehr unterschiedlichen Positionen?

Das während des Projekts entstandene und gesammelte Material dient als Grundlage für eine Lesung, die wir aktuell mit der Methode des Zeitungstheaters ausarbeiten.